Eröffnung der 41. Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe mit „Alcina“-Premiere & Valer Sabadus

Alcina-Premiere mit Layla Claire in der Titelpartie (Foto: Felix Grünschloß/Badisches Staatstheater Karlsruhe)

„Ich habe Glück und kann mich freuen, denn ich habe einen Sitz im Himmel“, heißt es in einer Arie des Aci in „Polifemo“ von Nicola Antonio Porpora, die Valer Sabadus am Samstag vortrefflich interpretiert. In der Tat kann sich jeder glücklich schätzen, der am ersten Wochenende der 41. Internationalen Händel-Festspiele Karlsruhe eine Karte fürs Große Haus ergattert. Näher kommt man dem (Barock-)Himmel schließlich kaum. 

Die Premiere der Oper „Alcina“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe ist entsprechend genauso schnell ausverkauft wie die Sonntagsvorstellung und das Konzert „Tiranno Amor“ mit Countertenor Valer Sabadus und ausgewählten Mitgliedern der Deutschen Händel-Solisten.

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Premierenkritik: Verdis „Simon Boccanegra“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 20.1.18 – intensiv und eindringlich

Im Musiktheater gilt die alte Wahrheit: Es ist nicht vorbei, bevor nicht die Dicke gesungen hat oder mindestens eine der Titelpartien einen langsamen, qualvollen Tod gestorben ist. Auch in Verdis Oper „Simon Boccanegra“, die am 20. Januar 2018 am Badischen Staatstheater Karlsruhe A-Premiere feierte, macht das Unvermeidliche seinem Namen alle Ehre. (Achtung: Spoiler)

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„Dirty Dancing – Das Original live on Tour“: Baby und Johnny im Festspielhaus Baden-Baden, 16.1.18 (Veranstaltungskritik)

Pressebild Dirty Dancing - live on tour © Jens Hauer

So kann man sich irren: In „Dirty Dancing“ geht’s nicht primär um Liebe, Tanz und einen auf ein Ferienressort verdichteten Spiegel der Gesellschaft von 1963. Es dreht sich um das vermutlich bekannteste Kürbisgewächs der Filmgeschichte: die Wassermelone! Bei der Premiere von „Dirty Dancing – Das Original live on Tour“ in Köln konnte man sich angeblich sogar mit einem Prachtexemplar fotografieren lassen. Im Festspielhaus Baden-Baden lacht sie immerhin von der Innenseite der pinken Pressemappe und ist auch sonst kaum aus den Köpfen des Publikums zu bekommen.

„Ich hatte schon überlegt, ob ich eine mitnehme“, erklärt beispielsweise eine Dame im Petticoat in der Reihe hinter mir ihren ebenfalls sehr adrett gestylten Begleiterinnen. Die nicken zustimmend. Man stelle sich das mal vor: So wie bei „The Big Lebowski“ gefühlt jeder Zweite im hässlichen Bademantel kommt, sieht man sich die Show (die explizit KEIN Musical ist) einfach mit einer Wassermelone auf dem Schoss an. Das hätte auch den Vorteil, dass man sich in der Pause keine teuren Häppchen kaufen müsste. 😉

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Violinistin Sophia Jaffé im Interview: Klassische Musik kann tief berühren

Kurz vor Weihnachten konnte ich mit der deutschen Violinistin Sophia Jaffé ein Interview führen und mit ihr über ihre musikalische Antriebsfeder generell und Max Bruchs Schottische Fantasie im Speziellen sprechen. Mein Artikel ist dann Anfang Januar in den Badischen Neuesten Nachrichten Karlsruhe erschienen. 

Jaffé tritt am 27. Januar 2018 bei den Karlsruher Meisterkonzerten auf, die ein „Best of Scotland“-Programm präsentieren. Es spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter Dirigent Garry Walker (übrigens selbst ein Schotte). Da ich für den Print Interviews immer deutlich einkürzen muss, gibt’s hier jetzt die „extended version“ unseres Austauschs über klassische Musik, ihre musikalische Prägung (u. a. durch ihr Elternhaus) und den Auftritt im Konzerthaus Karlsruhe.

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Jahresrückblick 2017: Konzerte, Konzerte, Konzerte

Eine Liste ist eine Liste ist eine Liste. Das hier ist meine. 🙂 Ich war 2017 bei unglaublichen 112 Konzerten … bzw. noch ein paar mehr, denn die Festivals mit mehreren Gigs pro Tag habe ich als nur einen Termin gezählt … ich habe sie orange hervorgehoben.

Dabei war im Prinzip nahezu jeder Stil außer Schlager und Volksmusik. Ich bin flexibel. 😉 Durch meinen Job als Musikjournalistin und Fotografin darf ich derart viele wertvolle Momente in und abseits von Konzertsälen erleben, dass man es kaum in Worte fassen kann.

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Gregor Meyle im Tollhaus Karlsruhe, 15.12.17 – Fotogalerie & Kritik zur „Die Leichtigkeit des Seins“-Tour

Gregor Meyle im Tollhaus Karlsruhe, 15.12.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Gregor Meyle im Tollhaus Karlsruhe, 15.12.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Toller Musiker, tierische Band, knaller Licht. Hohe Gesamtwertung! Gregor Meyle hat das ausverkaufte Kulturzentrum Tollhaus Karlsruhe gestern absolut gerockt. Hier hat der grundsympathische Sänger und Gitarrist über zwei Stunden lang gezeigt, was im deutschen Pop Sache sein kann (aber häufig nicht ist). Er vereint oftmals tiefgründige Texte mit anspruchsvollen, handgemachten Arrangements, ohne „Die Leichtigkeit des Seins“ dafür zu opfern. Kein Wunder, dass das auch sein Tourmotto und der Titel der aktuellen CD ist. 😉 

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Nonstop Christmas: Erdmöbel Weihnachtskonzert – Tourstart im Theaterhaus G7 Mannheim, 14.12.17

„Seid ihr auch so cool uncool wie die Kölner?“, fragt Sänger Markus Berges lachend in die Runde. Das Publikum im Mannheimer Theaterhaus G7 (TiG7) nickt und strahlt mit der Band Erdmöbel um die Wette. Na klar. Und ob! Seht her, der alberne Kindertanz zu „Goldener Stern“ und die fröhliche Polonaise zu „Ding Ding Dong (Jesus weint schon)“. Hach. Wie auch immer die in der neuen Single besungene „Hoffnungsmaschine“ aussehen mag – an diesem Abend läuft sie auf Hochtouren. Liebe. Wärme. Hoffnung. Nonstop Christmas! 

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CD-Release: Gernot Ziegler’s Mobile Home „Aussichten“ – Jazz aus Karlsruhe

Porträt: Gernot Ziegler by Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de

Porträt: Gernot Ziegler by Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de

Gernot Ziegler kenne ich seit einigen Jahren über gemeinsame Musikerkollegen. Jetzt veröffentlicht der umtriebige Multiinstrumentalist (er spielt neben seinem Hauptinstrument Klavier noch Trompete und Bass) seine neue CD „Aussichten“. Gemeinsam mit seiner Karlsruher Band Mobile Home, zu der Drummer Stefan Günther-Martens sowie Bassist und Co-Producer Zeca De Oliveira gehören, liefert er modernen, jungen Jazz ab, der gleichermaßen mit schönen Melodien und satten Grooves punktet. Reinhören lohnt sich! 

Das Album habe ich frei nach dem Motto #supportyourlocalartists in verschiedenen Medien untergebracht und werde es nun auch hier kurz vorstellen. Gernot war nämlich so lieb und hat mir zu jedem Song noch ein paar Hintergrundinfos geschickt. 🙂 Wer sich schon immer gefragt hat, was einen Musiker wie ihn beim Songwriting antreibt, findet hier Antworten.

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CD-Release: No Sugar, No Cream „A Bigger Picture“ – live und auf Platte

No Sugar, No Cream beim Ladenkonzert am 2.12.2017 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

No Sugar, No Cream beim Ladenkonzert am 2.12.2017 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Schwarzer Kaffee, Junge! Die Karlsruher Band No Sugar, No Cream kommt nicht nur wie der geliebte Muntermacher in der reinsten Form daher (kein Effekt-Trara, kein Autotune-Desaster) – die Songs von Pete Funk und seinen Jungs plus Dame machen müde Musikfans auch schlagartig munter. Die handgemachte Mischung aus Americana, Folk und dem, was gemeinhin unter dem Allerweltsbegriff „Singer-Songwritertum“ firmiert, geht runter wie ein, nunja, sagen wir schöner starker Espresso an einem kalten Wintermorgen. 

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Joy Denalane im Konzerthaus Karlsruhe, 24.11.17 – Fotogalerie & Kritik zur „Gleisdreieck Akustik-Tour“

Joy Denalane im Konzerthaus Karlsruhe, 24.11.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Joy Denalane im Konzerthaus Karlsruhe, 24.11.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Aller guten Dinge sind, äh, 13. Zumindest wenn man meine vollgepackte Konzertliste im November anschaut. 😉 Nur einen Tag nach einem wunderbaren Auftritt von Cecilia Bartoli, Sol Gabetta und der Cappella Gabetta im Festspielhaus Baden-Baden steht schon wieder eine starke Frau auf einer Bühne, über die ich für die Zeitung und meinen Blog berichten darf. Was für ein Glück! Die Musikrichtung ist bei Joy Denalane freilich anders – die Wirkung auf Geist, Herz und Seele aber ähnlich. Das breite Grinsen im Gesicht lässt jedenfalls nicht lange auf sich warten. 

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