Curtis Stigers & SWR Big Band beim 26. Aalener Jazzfest, 11.11.17 – Fotogalerie & Kritik

Curtis Stigers & SWR Big Band beim Aalener Jazzfest, 11.11.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Curtis Stigers & SWR Big Band beim Aalener Jazzfest, 11.11.17 (Foto: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de)

Udo Lindenberg singt „Ich mach mein Ding“ – und Curtis Stigers tut’s! Der Sänger und Saxofonist, der sich scheinbar mühelos durch die unterschiedlichsten Stile bewegt, ist an diesem Abend einmal mehr „The Voice“ (und „The Look“ 😉) Beim 26. Aalener Jazzfest steht sein „Frank-Sinatra-Programm“ mit der SWR Big Band auf dem Programm. Eine Zusammenarbeit, die kaum besser klingen und laufen könnte!

Die „Las Vegas Show“ erlebe ich 2017 bereits zum dritten Mal, nachdem mich mein Interview mit Curtis Stigers vor einigen Monaten neugierig gemacht hat. Wir haben uns damals für die Preview zur Tour einfach so gut unterhalten, dass ich ihn unbedingt einmal live sehen wollte. Frei nach Cole Porters „I’ll Get A Kick Out Of You“ war es nach seinem Auftritt bei den Heimattagen Karlsruhe um mich geschehen – und ich könnte mir vorstellen, dass es auch etlichen Konzertbesuchern in Aalen so ergangen sein dürfte.

Curtis Stigers und die SWR Big Band beim 26. Aalener Jazzfest

Das Publikum im Petite Bellevue zeigt sich jedenfalls schwer angetan von Stigers Witz und Charisma, mit dem er den Glanz alter Zeiten auferstehen lässt, der durchweg hohen musikalischen Qualität und dem erstklassigen Zusammenspiel zwischen großem Gebläse und großer Stimme. Es wird am Ende für viel Applaus sogar mit einer Zugabe belohnt, bei der auch Magnus Lindgren mitmischt, der das Konzert davor bestritten hat. Nice! Bis es soweit ist, stehen hauptsächlich Titel von der Anfang 2017 erschienenen Live-CD „One More For The Road“ an, die ein gewisser „Fritz Sinatra geschrieben hat“, wie man auf der Bühne lachend erklärt. Es muss der kleine Bruder des Entertainers gewesen sein, denn Frank Sinatra hat „nur“ interpretiert, aber nicht komponiert.

Stigers huldigt „Fritz Sinatra“ und dem deutschen Sexappeal

Obwohl der Sound und das Auftreten Stigers durch und durch amerikanisch sind (und das im besten Wortsinn!), begibt man sich in Aalen immer wieder auf die Suche nach einem Bezug zu Deutschland. Dieser wird schließlich in „Summer Wind“ gefunden (Originalkomposition: Heinz Meier/Hans Bradtke), der in der englischen Fassung von Johnny Mercer weltbekannt wurde. „Das klingt typisch deutsch: ‚sexy-sad‘“, erklärt Curtis Stigers augenzwinkernd. „In Deutschland muss Liebe doch immer etwas wehtun, um gut zu sein, oder?“ Doch auch das swingende „The Lady Is A Tramp“ und der selbst komponierte Cha-Cha-Cha „Fever“ kommen mit einem subtilen Sexappeal um die Kurve. Da kann man doch nur ein herzliches „Hooray For Love“ in die Nacht schicken und sich freuen! Ein tolles, kurzweiliges Konzert, das mit dem Drive und Esprit der SWR Big Band punktet und einmal mehr die Wandlungsfähigkeit Curtis Stigers‘ unterstreicht.

Fotogalerie: 26. Aalener Jazzfest mit Curtis Stigers und der SWR Big Band

Hier kommen meine Fotos zu Curtis Stigers und der SWR Big Band am 11. November 2017 im Petite Bellevue (26. Aalener Jazzfest).

Alle Fotos unterliegen dem deutschen Urheberrecht (Foto-Credit: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de). Bei Interesse an einer Verwendung bitte Kontakt aufnehmen.

Alle Fotos unterliegen dem deutschen Urheberrecht (Foto-Credit: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de). Bei Interesse an einer Verwendung bitte Kontakt aufnehmen.

Curtis Stigers‘ musikalisches Profil betont seine Wandlungsfähigkeit

Nachdem Curtis Stigers Mitte der 90er Jahren mit Soulpop alla „I Wonder Why“ und „Never Saw A Miracle“ durchgestartet ist, folgten diverse Jazzalben in meist klassischer Quartett- oder Quintett-Besetzung – aber auch eine kurze, kernige Rock-Phase für den Soundtrack der Biker-Serie „Songs of Anarchy“ (ja, Stigers spielt auch Gitarre), das wunderbare, bittersüße Herzschmerz-Coveralbum „Let’s Go Out Tonight“ (Tipp: nicht hören bei Novemberblues oder akutem Liebeskummer) und Anfang 2017 schließlich die Live-CD „One More For The Road“ mit der Danish Radio Big Band und den Songs, die Frank Sinatra groß gemacht hat. Das Beeindruckende daran: Man kann all diese Alben meiner Meinung nach ohne Wenn und Aber hören! Selten habe ich einen derart wandlungsfähigen Künstler erlebt, der sich trotz allem immer treu geblieben ist.


Text und Bilder: Elisa Reznicek, lebelieberlauter.de 2017

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